2. Vogtland - Mineralienbörse in Oelsnitz vom 10.10.2004
- Nachlese -
Bericht : Freie Presse
Funkelnde Vielfalt lockt Publikum in Scharen in die Vogtlandsporthalle 1500 Besucher bei der 2. Vogtland-Mineraljanbörse in Oelsnitz - Händler verzeichnen guten Umsatz
13.10.2004


Oelsnitz. So viele Besucher wie gestern hat die Oelsnitzer Vogtlandsporthalle wohl nur in den Zeiten gesehen, als in den 50-er Jahren hier noch große Sportveranstaltungen stattfanden: Nahezu 1500 Besucher kamen binnen acht Stunden zur 2.Vogtland-Mineralienbörse.Kein Wunder, dass die Veranstalter - Steffen Pestel aus Bösenbrunn, Jörg Kasiske aus Obertriebel sowie der Marktleuthener Thomas Müller- hoch zufrieden waren. „Es ist der Hammer", meinte Pestel; Die Besucher der Börse wussten oft gar nicht, wohin sie den Kopf zuerst hinwenden sollten, um die Formen- und Farbenvielfalt der Minerale aus allen Winkeln der Erde zu bestaunen: Da waren knallgelbe Schwefelsteine aus Bolivien, giftgrüner Malachit aus Zaire oder Tigeraugen aus Südafrika, die wie furniertes Holz wirkten. Und zu Schmuck verarbeitete Mineralien, als Anhänger, Kette oder Kerzenständer, fehlten ebenfalls nicht. Das alte Sprichwort „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" bewahrheitete sich bei der Mineralienbörse. Jörg Kasiske: „Am Vormittag waren vor allem Sammler da, die auf Schnäppchenjagd waren. Nachdem mittags etwas Ruhe eingekehrt war, kam das Publikum am Nachmittag vor allem aus Oelsnitz und Umgebung. "Zunehmend füllten sich die Gänge, während sich das Angebot an manchen Ständen schon lichtete. DieHändler hatten einen guten Umsatz zu verzeichnen. Holger Kragl aus Klingenthal hat einen Trend zur Heimat festgestellt: „Die Leute fragen vor allem nach Steinen aus dem Erzgebirge und Vogtland. "Eine Sonderschau auf der Bühne zeigte Funde aus dem Brambacher Granit. In einer Vitrine lagen prächtige Bergkristalle, die der Adorfer Lothar Roth in den 7o-er Jahren in den Sandgruben oberhalb des Brambacher Bahnhofs fand. Gleich daneben waren Rauchquarze zu sehen, die vor allem Jörg Kasiske und Steffen Pestel in den beim Bau der Ortsumgehung angeschnittenen Gängen entdeckten. So sehr sich die Veranstalter über die große Resonanz für ihre Schau freuten, die Gedanken gehen bereits ins nächste Jahr. „Morgen fängt die Vorbereitung für die neue Börse an", weiß Jörg Kasiske. Expandieren will er mit seinen Mitstreitern indes nicht. „Es soll alles überschaubar bleiben. Die Halle ist optimal, die Besucher kommen noch bequem durch, und die Händler sind an ihren Ständen nicht eingebaut", begründet Kasiske, warum unter anderem Händleranfragen selbst aus Marokko und Rumänien in, Oelsnitz nicht berücksichtigt werden konnten.
Bericht : Vogtlandanzeiger



12.10.2004


OELSNITZ – Schon kurz nach der Eröffnung um 9 Uhr herrschte in der Vogtland-Sporthalle an den langen Tischen der Aussteller Gedränge. Die Mineralienhändler kamen genauso wie die Besucher aus ganz Deutschland. Vor allem aus der Region zwischen Zwickau und Bad Brambach boten auch Sammler ihre Raritäten zum Kauf an oder standen für eine Fachsimpelei zur Verfügung. War bereits die 1. Mineralienbörse mit 1000 Besuchern ein großer Erfolg, so erlebten die Organisatoren – Steffen Pestel aus Bösenbrunn, Jörg Kasiske aus Obertriebel und Thomas Müller aus Marktleuthen - in diesem Jahr noch eine Steigerung. 1400 Gäste, 400 mehr als im Vorjahr, wurden nach Toresschluss um 17 Uhr gezählt. Die faszinierende Welt der Mineralien zog Groß und Klein in ihren Bann, vom Rentner bis zum Schulkind. So manche Diskussion um die Erhöhung des Taschengelds zwischen Eltern und Sohnemann wurde an den Tischen ausgefochten. Wer den Saal verließ, trug nicht selten schwer an einem gut gefüllten Beutel. Es lockten steinerne Schätze aus Brasilien, dem afrikanischen Kontinent und China mit ihrer exotischen Farbenpracht und verführerischen Glimmer bis hin zu Funden aus dem Vogtland von der Rentzschmühle bis ins Oberland. Daneben stand ein großes Angebot an bearbeiteten Steinen und Schmuck zur Auswahl. Die große Attraktion der Schau war die Sonderausstellung zum Thema Bad Brambach. Die Vitrinen auf der Bühne der Vogtland-Sporthalle bargen die Aufsehen erregenden Funde von Zepter-Kristallen und Rauchquarzen, die Sammler in den Steinbrüchen und beim Bau der Brambacher Umgehungsstraße ausgegraben hatten. Eine Vitrine enthielt die starken Stücke von Lothar Roth, der seit 1955 in den Brambacher Steinbrüchen, in deren Nähe er wohnte, den Mineralien nachspürte und sozusagen der Senior der Sammlergilde ist. Einige seiner stattlichen Funde von Bergkristallen und Rauchquarzen bot Roth am Sonntag mit seinem Sohn Andreas, der in seine Fußstapfen getreten ist, zum Kauf an. An Schautafeln informierten aussagekräftige interessante Fotos größtenteils von Steffen Pestel und Jörg Kasiske über die Arbeit der Steineschürfer, die nicht darin besteht, einige glänzende Klunker vom Boden aufzusammeln. Hammer, Meisel und Brechstange gehören zu dem Hobby, und beim Verfolgen und Ausgraben der Gänge artet es – zumal im Brambacher Granit – in Schwerstarbeit aus. Ein sensationeller Fund prächtiger Zepterstufen gelang 2001 bei Erdarbeiten an der Brambacher Umgehungsstraße oberhalb der Bahnlinie bis zum Anschluss an die B 92. Um die starke Steigung zu überwinden, musste dort ein tiefer Einschnitt auch mit Sprengungen angelegt werden. Aus einer oberflächennahen Druse bargen der Chemnitzer Sammler Ted Jungen sowie eine Sammlergruppe aus Erlangen bisher für Bad Brambach einzigartige Stufen mit rauchigen Zeptern auf Milchquarz. Damit begann das „Brambach-Fieber". Nach dem Ende der Bauarbeiten an der Umgehungsstraße sanken die Chancen auf gute Funde in Bad Brambach. Trotzdem starteten Mike Eckhardt und Marcus Müller aus Zwickau zu einigen Exkursionen in die Umgebung des Kurbads. Am 23. April 2003 wollten sie nach ergebnisloser Suche schon aufgeben, da stießen sie, wo noch niemand gesucht hatte, auf einen Quarzgang, der nach viertägiger, teils nächtlicher Arbeit die sensationelle Zepterquarz-Druse bescherte, die in die Fachliteratur eingegangen ist. Die Zeitschrift „Lapis" berichtete darüber im Septemberheft. Gegenwärtig gehen die Chancen auf weitere Funde bei Bad Brambach aber gegen Null, meinen sowohl Lothar Roth als auch Steffen Pestel. Eine weitere Vitrine der Sonderschau gewährte einen interessanten Blick in die Mineralwelt Oberfrankens: Schöne Stufen von Malachit, Pseudomalachit, Baryt und Chrysopas waren ausgestellt. Mineralienfan Gerd Hoffmann war aus Jena zu der Oelsnitzer Schau gekommen. „Die Vielfalt an Ausbildungen von Quarzkristallen, Zeptern, Schwimmern und Doppelendern weist eine hervorragende Qualität und bestechende Ästhetik auf", lautete sein Urteil über die Sonderausstellung. Jeder Besucher der Mineralienbörse nahm mit seinem Eintrittsbillet an einer Verlosung teil. Freuen durften sich am Ende Roswitha Bretschneider aus Oelsnitz über den 1. Preis, eine große Amethyst-Stufe aus Brasilien, Barbara Spitzer aus Pöhl über eine Salzlampe (2. Preis) und Michael Könner aus Schöneck über eine Bergkristallstufe, den 3. Preis freuen. Dank sagten die Organisatoren der Stadt Oelsnitz, dem Landratsamt sowie einigen Firmen für ihre Unterstützung. RENATE WÖLLNER